Diskussioun:Kapell Duelem (Garnech)

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Literatur[Quelltext änneren]

  • Lëtzebuerger Wort (12. Oktober 2005) S.18: Renovierte St. Remigius-Kapelle wird eingeweiht.

Am Samstag, dem 15 Oktober 2005, wird um 17.00 Uhr in Dahlem, die zwischen 2000 und 2005 restaurierte Kapelle, durch Erzbischof Mgr Fernand Franck feierlich eingesegnet.

Die heute, nach aussen eher bescheiden wirkende Kapelle, verbirgt ein grosses Kapitel der Geschichte des Dorfes Dahlem. Dahlem ist eine uralte Pfarrei gewesen, die bereits im Jahre 650 erwähnt wird; im Jahre 1318 gibt es Belege für einen ansässigen Pfarrer. Zur damaligen Pfarrei Dahlem gehörten neben Dahlem, noch die Ortschaften Dippach, Schouweiler und Sprinkingen. Als am 12 Mai 1785, dem Fest des Hl Pankratius, eine grössere Brandkatastrophe sowohl die Pfarrkirche als auch das halbe Dorf zerstörte, begann das langsame Sterben der Pfarrei Dahlem. Bereits 2 Monate nach dem verheerenden Feuer versuchten die Nachbardörfer Dippach und Sprinkingen, Dahlem den Pfarrsitz streitig zu machen. Da sich, weder die Zehntherren, noch die Regierung bereiterklärten Geld für den Neubau einer Pfarrkirche zur Verfügung zu stellen, sollte schliesslich, unter dem damaligen Pfarrer Umbscheiden, der Pfarrsitz nach Dippach verlegt werden. Doch die Einwohner von Dahlem meldeten sofort ihre Bedenken an; sie drohten sogar, den Kirchenbesuch und die Teilnahme an den Gottesdiensten zu verweigern und auf die christliche Erziehung ihrer Kinder zu verzichten, falls in Dahlem keine neue Kirche erbaut würde. Nun begann ein jahrelanges Tauziehen um die Neueinteilung der Pfarrei und die Festlegung des Pfarrsitzes, das schliesslich am 30.09.1807 zu Ende kam: Dahlem kam als Filiale zur Pfarrei Garnich, Dippach und Sprinkingen-Schouweiler wurden selbstständig. Dass trotzdem heute noch diese Kapelle in Dahlem steht ist nicht zuletzt dem Einsatz der Bevölkerung zu verdanken, die in Eigenregie und auf eigene Kosten, irgendwann nach 1790 schliesslich dieses Gotteshaus selbst errichtete, das am 13 Oktober 1803 eingesegnet wurde. (Man muss bedenken dass erst einige Jahre zuvor das halbe Dorf Hab und Gut verloren hatte) Eine nicht unbedeutende Rolle beim Gelingen dieses Vorhabens spielte auch der damalige Kaplan und später letzte Pfarrer von Dahlem, Johann Wilhem Bourton. Zu dieser Zeit befand sich höchstwahrscheinlich bereits der monumentale Barockaltar in der Kirche von Dahlem, der bereits am 17.01.1759, vom Bischof von Trier, in der Kapelle des Schlossherrn von Everlingen konsekriert worden war.

Erste Anstösse zur Restaurierung der Kirche kamen 1999 von Seiten der Gemeindeverwaltung Garnich, die bemüht war, alle, sich auf ihrem Gebiet befindlichen Gotteshäuser, in einem perfekten Zustand zu erhalten. Der Gemeinderat erklärte sich bereit sämtliche Kosten zu übernehmen für die Erneuerung der hölzernen Decke, des Innenputzes, der Beleuchtung, sowie, unter Beibehalt einiger noch vorhandenen Elemente, des Bodenbelages. Nach Abschluss dieser Arbeiten war es die Kirchenfabrik, die auch noch grössere Arbeiten in Auftrag gab: So wurde der um 1755 entstandene Barockaltar, sowie sämtliche dazugehörende Statuen restauriert und neu polychromiert; sowohl der Kirchen-, als auch der Chorraum erhielten neue Bänke. Die grösste Neuanschaffung war aber ohne Zweifel der, seit dem II Vatikanischen Konzil übliche Volksaltar. Unter dem Impuls und dem tatkräftigen Mitwirken des, bis 2004 zuständigen Pfarrverwalters Jean Ehret, schuf der luxemburger Künstler Adolphe Deville, sowohl einen sehr aussagekräftigen Altar als auch den dazugehörenden Ambo. Da beide Elemente aus Glas geschaffen wurden, wirken sie eher zurückhaltend in dem durch den monumentalen Barockaltar doch stark dominierten Raum. Diese optische Zurückhaltung schmälert aber in keinster Weise die Aussagekraft der im unteren Teil des Altars stilisierten Weizenähren, die sich, neben wertvollen Texten und dem Kreuz auf dem Ambo wiederfinden.

Da grosse Teile der Bevölkerung, nicht nur durch ihr Interesse, sondern auch durch ihre finanzielle Beteiligung, zum Gelingen dieses Projektes beitrugen, unterstreicht doch die Wichtigkeit des Erhaltes auch kleinster Gotteshäuser, sowohl auf spirituellem als auch auf kulturhistorischem Niveau. --Cornischong 22:59, 8. Okt. 2009 (UTC)