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Diskussioun:D'Wonner vu Spéisbech

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Obermosel-Zeitung, 1915

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Die neue Luxemburger Operette "'t Wonner vu Spe'sbech" von der Batty Weber den Text und Fernand Mertens die Musik geschrieben hat, und die gestern Abend ihre Uraufführung im hiesigen Theater durch die Enfants de Luxembourg erlebte, ist nichts weniger als eine richtiggehende Operette nach Art der so erfolgreichen Wiener Erzeugnisse. Batty Weder hat das traditionelle Geleise des Luxemburger Volksstückes verlassen und einen übermütigen Schwank geschaffen, der, ins Hochdeutsche übertragen, sich sehr wohl neben dem Libretto des Grafen von Luxemburg, der Dollarprinzessin, dem Lieben Augustin usw. sehen lassen könnte. Die Musik von Mertens ist nicht gerade so umfangreich wie die jener Operetten, aber sie hat ebensoviel Stimmung und Glanz. Kein Wunder, daß die gestrige Uraufsührung sich zu einem Ereignis ersten Ranges auswuchs. Nachstehend der Inhalt des Stückes. Im Bildhaueratelier der Staatshandwerkerschule, das von drei lustigen Schülern und ebensoviel flotten Schülerinnen besucht wird, erscheint eines Tages der Tubaksspenner [net kloer op korrekt gelies] Hane Pe'p vu Spe'ßbech um ein Denkmal für den verstorbenen Kommandanten der Spe'ßbecher Feuerwehr zu bestellen. Er wird mit dem Professor Max Roller dahin einig, daß das Monument als Hauptfigur eine das Feuer versinnbildende Frauengestalt aufweisen soll. Die hierfür Modell stehende Freundin des Professors, Olly, tut es Hane Pe'p dermaßen an, daß er sich ernstlich in sie verliebt, Inzwischen erscheint eine sich Anna Gärtner nennende junge Dame in der Schule, um sich dem Professor als Modell anzubieten, Sie ist eine Amerikanerin: als Kind hatte sie in Begleitung ihres Vaters den jungen Max Roller in Koplescht getroffen, als er Tiere aus Lehm formte. Diese gefielen ihr so gut, daß sie ihren Vater veranlaßte, den talentvollen Jungen die Bildhauerkunst studieren zu lassen. Sie hatte Roller seit dieser Zeit nicht mehr gesehen, aber eine unüberwindliche Liebe zu ihm gefaßt, die sie nun zu ihm zurücktreibt. Sie will von ihm nicht erkannt werden, und er erkennt sie auch nicht. Aber er findet sie so bezaubernd schön, daß er sie nicht nur als Modell annimmt, sondern sich auch sterblich in sie verliebt und der Olly den Laufpaß gibt. Als das Monument sozusagen fertig ist, will Roller der jungen Dame seine Liebe erklären: diese aber, inzwischen arm geworden, fürchtet, Roller nicht das ihm nötige Wohlleben ermöglichen zu können, und entflieht. Der Tag der Einweihung zu Spe'ßbech kommt heran. Das Denkmal wird aufgestellt. Max Roller leidet schwere Liebespein um seine verschwundene Geliebte, Er hat sie in der Marmorfigur dargestellt, und am Vorabend der Einweihung spät abends schleicht er sich zu dem Denkmal, um hier das Bild der Geliebten zu küssen. Aber auch ein anderer erscheint: Hane Pe'p, der in der Figur die von ihm heißgeliebte Olly verkörpert sieht. Er küßt sie ebenfalls. Max Roller, der seitwärts im Schatten stand, sieht darin eine Entweihung seines Ideals, stürzt hervor und zerschmettert die Statue mit einem Hammerschlag. Darüber kommen entsetzt die Schüler und Schülerinnen Max Rollers herbei. Sie wissen von der Liebe ihres Meisters, sie wissen aber auch, daß seine inzwischen wieder reich gewordene Geliebte in Spes'bech anwesend ist. Darauf bauen sie einen Streich auf, der die feierliche Einweihung des Denkmals doch ermöglichen soll. Die Geliebte wird in dem Kostüm, in dem sie Modell gestanden hat, anstelle der zertrümmerten Figur auf das Denkmal gestellt, und während Regierungsvertreter und Gemeinderat, Musikgesellschaften, Feuermehren und unzählig viel Volk zur Einweihungsfeier um das Denkmal herum versammelt sind, fängt dieses zu sprechen an und erklärt Max Roller seine Liebe. Gleichzeitig tritt Olly als Madame Tubaksspennesch vor. Den erst erstaunten, dann gerührten Spe'hbechern verspricht der überglückliche Max Roller ein neues Monument, und alles löst sich in Wohlgefallen auf mit dem Schlußlied:

Dir Dammen an dir Hären alleguer,
’t wor ons eng Eer a Pleseer,
Mer soen iech net eddi, mä arvuer,
Der kommt jo all erem de aner Ke ’er.
Aus engem Rummel gin der zwen,
Mer kre’n eng nei Figur,
Haut wor et sicher se’er sche'n,
Mä me’ sche’ get ei muer.
Dem Feier ob dem Dach gelt haut onst Monument,
Muer aß et fir de’ Flam de’ an den Hierzer brennt.
Dir Hären an dir Dammen alleguer
Arvuer bis muer.

Escher Tageblatt, 1915

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Die neue Operette. Vor einem ausverkauften Hause ging gestern abend die Operette “' t Wonner vu Spe'ssbech" von Batty Weber zum zweiten Male im Stadt-theater in Szene. Sie fand den jubelnden Beifall seitens des Publikums, den die Premiere erlebte. Ueber die herzerquickende nünstlerische Interpretation seitens der "Enfants de Luxembourg" haben wir gestern eingehend berichtet. Ueber die musikalische Bewertung dieses modernen, originellen Werkes schreibt uns ein hauptstädtischer Mitarbeiter: Die Vertonung des Weber'schen Librettos zu “' t Wonner vu Spe'ssbech" ist eine Offenbarung, die Offenbarung eines starken, nach allen Seiten hin dehnbaren musikalischen Talentes und einer gesunden frischen Ausfassung, die sich Schritt für Schritt in der Operette kundtut. Fernand Mertens ist den alten Traditionen der musikalischen Bearbeitung von Textbüchern, wie wir sie noch bis in die letzte Zeit durch unsere heimischen Musiker erlebten und schön fanden, nicht mehr verfallen. Er hält die Zeit die alles modernisiert hat, nicht mehr für geeignet, um mit der Musik in den gemütlichen Ebenen des Altluxemburgertum's zu verweilen. Er rückt unverzagt mit unserer vaterländischen Musikliteratur nach einer künstlerischen Höhe hinauf. Der ebenfalls moderne klassische Operettentext von Weber bot ihm die denkbar günstigste Gelegenheit für diese Höhensteuerung. Sein Hauptzweck ist die Veredelung der Operette, wie wir sie in ihrer ganzen Potenzierung in G. Verdi’s Falstaf bewundern und lieben. Mertens muß bei der Behandlung dieser Operette unbedingt von einem tiefen Ernste beseelt gewefen sein. Man spürt, daß er absichtlich den leichteren Weg der leichtfüßigen Walzeroperette gemieden hat, die die Volksseele kitzelt, auf den Geldbeutel spekuliert und von der großen musikalischen Welt nur für ihren relativen Wert als musikalisches Zerstreuungsmittel eingeschätzt ist. Fernand Mertens ist Vlame von Geburt. Wir zählen ihn längst zu den Unsern. Er spricht unser Dialekt, lebt mit unserer Eigenart. Aber, er hat das lebhafte Temperament bewährt, das den Vlamen eigen ist und Teniers so humoristisch in seine Bilder gelegt hat. Der Komponist Mertens von "’ t Wonner vu Spe’ssbech" muß sich zuerst mit der Idee des Textdichters identifiziert und die Charaktere der handelnden Personen mit einem sehr tiefen Verständnis studiert haben, um seine Tondichtung zu solcher, allen szenischen Vorgängen gerecht werdenden Schönheit können gebracht zu haben. Die szenischen Momente weiß er speziell in der Orchestration zu charakterisieren, und absichtlich scheint er jedes billige Füllsel aus der instrumentalen Unterlage entfernt zu haben, das in keinem Zusammenhang mit der Bühnenhandlung steht. Schon im ersten Vorspiel illustriert er durch die Flöte den Charakterzug Evelyn’s, ihre zartweibliche Herzensgüte und durch das Hautbois die Schnuppigkeit Olly’s. Einen packenden dramatischen Effekt erreicht er durch die originelle instrumentale Behandlung in der großen Arie des Han’pep im 2. Akte. Das Schnarchen der Gatten im Federbett Ri, Ra, Ronken zeichnet er köstlich mit dem Cor und dem Basson, das Durcheinanderstolpern der zur Feuerstelle eilenden Feuerwehrleute, d’Pompien lafen durcherneen, mit Arpegien, aufsteigend bei dem Streichkörper, absteigend bei den Cors. Mertens zeigt sich hier als ein Meister der Instrumentalkunst, der aus der Schatzkammer der beschreibenden Klangfähigkeiten zu schöpfen weiß. Wie gesagt nimmt derselbe die szenischen Vorgänge und die handelnden Personen ernst und zeichnet sie dementsprechend. Dadurch und auch zum großen Teile dadurch, daß er nicht Mißbrauch mit dem sonst gangbaren zugkräftigen Walzertempo macht, ist seine Partitur so reich an echter melodiöser Operettenmusik. Dieses oder jenes das barock anmutet, ist trotzdem echt musikalisch, wie z. B. Hanpep’s Ständchen im 3. Akte. Originell ist die Zusammensetzung volkstümlicher Lieder zu einer ländlichen Festkantate im 4 Akte. Im Aufmarsche der an der Enthüllung des Denkmals teilnehmenden Gesellschaften bringt er in humoristischer Weise eine ergötzliche täuschende Festivalcacaphonie im Orchester, ohne daß dadurch die Harmonie des Klangkörpers im geringsten gestört wird. Die Operette ist eine Schatzgrube prächtiger Romanzen, Arien, Chöre und von stellenweise opernmäßig gesteigerten, dramatisch wirkenden Momenten. Wir werden es noch eines Tages erleben, daß unsere erste moderne Operette "’ t Wonner vu Spe’ssbech" auf dem Spielplan ausländischer Fachbühnen sigurieren wird. Sie ist dazu erufen. Die „Enfants“ können sich dann schmeicheln. Das Publikum, das heute zu ihren Aufführungen eilt, wird sich freudig errinnern. Aber, das sei nochmals betont, als Dilettanten stehen die „Enfants“ im Glanze einer Künstlerleistung.
B..d.
Man bittet uns mitzuteilen, daß die Matinee der Operette, „’ t Wonner vu Spe’ssbech im Stadtheater in Luxemburg, am Sonntag nachmittag, präzis 3 Uhr beginnt. Den auswärtigen Gästen ist durch die Vorrückung der Beginnzeit, nach Schluß der Aufführung eine bequeme Heimfahrt mit der Eisenbahn ermöglicht. Vorbestellungen auf Plätze sind an Herrn Aug. Donnen, Paradeplatz, Luxemburg zu richten.

Luxemburg, 18. Juli. - Theater. Ueber die Aufführung der Operette ’t Wonner vu Spé’ssbech wird uns geschrieben: In der verschiedenen Berichten über die tadellose Interpretierung der Weber’schen Operette ’t Wonner vu Spé’ssbech finden sich Lücken, die wirklich verdienen ausgefüllt zu werden. In erster Linie ist das Verdienst um die glatte, bewunderungswerte Abwicklung der szenischen Vorgänge einem Faktor zuzuschreiben, der in der Abgeschiedenheit seiner Bestimmung die Schallwellen des Applauses über sich hinwegschlagen hört, an den niemand denkt, weil ihn niemand sieht. Es ist der brave treue Souffleur Charles Mantz, der monatelang in den Proben, über sein Libretto gebückt, mit seinem wohlklingenden klassischreinen Souffleurtone jedem Darsteller seinen Part rememorierte. Von seinem Flüsterkasten aus ziehen sich die geheimen Fäden über die Szene, an die sich manchmal die Akteure anklammern müssen. In der Enge seines Tätigkeitsgebietes spielt und singt er das Ganze jedesmal ganz mit.

Des Weiteren ist die künstlerische Inszenierung des bekannten hauptstädtischen Theaterdekorateurs Jules Vande Voet etwas mehr von dem Rampenlicht hinweg in die Oeffentlichkeit zu heben. Vande-Voet kommt ein gutes Stück des Erfolges zugute. Er hat es meisterlich verstanden, den einzelnen Akten in verständnisinniger Weise den richtigen Rahmen und die nötige Stimmung zu geben. Seine Bühnenausstatung ist immer à point, natürlich und ohne jede barocke oder unwahrscheinliche Ueberladung. In dem Rahmen, den er geschaffen, heben sich die Dinge plastisch, efsektvoll ab. Sein vielseitiges erfinderisches Talent hat sich diesmal wieder ganz bewährt.

Ein dritter, der sich während des Spieles hinter den Kulissen hält, ist der Bildhauer Paul Kremer, der Modeleur der lebensgroßen Statue, die in der Operette eine stumme aber ansprechende Rolle spielt. Kremer hat für jede Vorstellung eine neue Büste zu liefern, die nicht im Gusse hergestellt wird, sondern von ihm, wie es auch im Textbuche heißt, „op der land gemät ist“. Die lächelnde Geduld, die ihm eigen ist und seine Künstlerhand schaffen jede Schwierigkeit rasch aus dem Wege, so daß für jede Vorstellung eine Statue ersteht, die durch ihre zarte Linienführung erfreut. Zum Schluß der heutigen Matinee rief das Publikum frenetisch nach den Autoren. Die HH. Batty Weber, Komponist F. Mertens und Prof. Simon (Regisseur) erschienen auf der Szene. Hrn. Simon wurde durch Hrn. Aug. Donnen eine Palme mit trikolorem Bandschmuck überreicht.

Escher Tageblatt, 1923

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Differdingen, 13. März. - T'Wonner fu Spe'sbech. In zwei Aufführungen, die vor komplett ausverkauftem Hause stattfanden, die erste am Sonntag vor 8 Tagen, die zweite am vergangenen Samstag - gab der Cercle musical et dramatique unter Mitwirkung der besten Kräfte der Stadtmusik und begabter und fleissiger Amateure das "Wonner fu Spe'sbech" von Batty Weber und Fernand Meterns. Diese Operette ist das Beste was wir in dieser Gattung aufzuweisen haben. Das müssen wir besonders denen gegenüber sagen, die den unvergesslichen edlen Volksstücken von Dicks immer noch das Prädikat "Operette" beilegen, was sie nicht sind und auch nicht sein wollen. Die Schöpfung von Batty Weber und Mertens will eine luxemburgische Operette sein und ist eine solche. Sie ist einsweilen unser einziges Operettenprunkstück bis... ja bis die beiden feinen und wertvollen Männer uns eine zweite bescheren, die eventuell [onlieserlech] sein kann.

Die Bewältigung dieser musikalisch-dramatischen Aufgabe ist keine Kleinigkeit: Librettist und Komponist stellen an Schauspieler, Sänger und Orchester Ansprüche, die so viel natürliches Talent, Hingebung und Fleiss verlangen, dass nur unsere besten Liebhaberensembles sich an das "Wonner fu Spe'sbech" wagen können. Die Differdinger habens gewagt und sie haben das kecke Spiel gewonnen. Wir fühlen uns nicht berufen, ihnen leichtsinnig Lorbeeren zu spenden, denn die mutige Schaar, die in redllicher und mühseliger Kleinarbeit Wochen darauf wandten um das keleine Meisterwerk so gut wie nur möglich darzustellen, weiss selbst recht gut, dass manche Unvollkommenheiten mit unterliefen. Aber diese Unvollkommenheiten gingen in dem, was als Ganzes geboten wurde, unter, und man müsste schon ein Nörgler sein, um nebensächliche Lücken in der Leistung zu Ungunsten des ergebenen Gesamteindruckes zu betonen. [...]

--Bdx (Diskussioun) 15:54, 25. Aug. 2022 (UTC)[äntweren]

Opféierungen

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Opféierungen, déi ech bis elo fonnt hunn: --Bdx (Diskussioun) 15:55, 25. Aug. 2022 (UTC)[äntweren]